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	<title>Mathias Knoll</title>
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	<description>PROSA, LYRIK, ANMERKUNGEN ...</description>
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		<title>Mathias Knoll</title>
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		<title>Feldpost:  „Krösos“ &amp; „Solon“</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 14:05:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathiasknoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[I. Weltkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[VERDUN]]></category>

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		<description><![CDATA[„… kein schöner Tod, als vom Feind erschlagen zu werden! Wer hat sich diesen Schwachsinn ausgedacht?“ schrieb der Großvater in sein „Front-Buch.“… uns jedenfalls ist das Singen vergangen. Dabei haben manche patriotischen Lieder durchaus schöne Melodien. Aber wer hier monatelang im Dreck liegt, glaubt nicht mehr an das „Heil im Siegerkranz“. Dieser Text ist unverdaulich. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1777&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„… kein schöner Tod, als vom Feind erschlagen zu werden! Wer hat sich diesen Schwachsinn ausgedacht?“ schrieb der Großvater in sein „Front-Buch.“… uns jedenfalls ist das Singen vergangen.<br />
Dabei haben manche patriotischen Lieder durchaus schöne Melodien. Aber wer hier monatelang im Dreck liegt, glaubt nicht mehr an das „Heil im Siegerkranz“. Dieser Text ist unverdaulich. Und wer sich früher an einem vaterländischen Tusch berauschen konnte, erstickt heute bestenfalls an seiner fiebrigen Ohnmacht.<br />
Ich jedenfalls drücke mich zitternd in mein Erdloch und freue mich über diese paar Zeilen, die ich aufs Papier schmiere. Im stenographischen Galopp reißen mich die Worte mit. Und ich denke nur noch: Die Gedanken sind frei!- Und schon knüpfe ich aus den Worten ein Seil, an dem ich mich für Minuten in die Freiheit abseile.<br />
Meine nationalen Gefühle waren schon immer zwiespältig. Immer dieses verdammte „einerseits“ und „anderseits“. Aber immer, wenn ich mich diesem verdreckten Papier, über das ich meine Hieroglyphen verstreue, anvertraue, überfällt mich ein ungutes Gefühl. So, als wäre ich ein Miesepeter, der durch seinen Pessimismus „Fortuna“ falsch beeinflussen könnte. Auch ich war bei den ersten Fronteinsätzen begeistert. Obwohl mich der Verstand immer zügelte und eine längst vergessen geglaubte Lateinstunde bei dem alten Hajek zur Skepsis beitrug. Damals ging es um die Interpretation der Parabel von „Krösos“ und „Solon“. Denn als „Krösos“ den „Solon“ in Tränen aufgelöst vorfand und ihn nach den Gründen seiner Trauer fragte, antwortete der „Solon“:<br />
Ich denke an all das Elend, das die Götter Dir als Preis für Deine jetzige Herrlichkeit zugedacht haben.<br />
Natürlich, in diesen Zeiten hochgespannter, nationaler Hoffnungen wollte auch ich ein „Held“ sein, obwohl ich diesen „Solon“ vermutlich nie vergessen habe.<br />
Nur bald sollte ich merken, dass ich nur dann „heldenhaft“ sein konnte, wenn ich dafür mein Publikum hatte. Aber in diesen Granattrichtern bin ich verdammt allein…“</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mathiasknoll.wordpress.com/1777/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mathiasknoll.wordpress.com/1777/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mathiasknoll.wordpress.com/1777/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mathiasknoll.wordpress.com/1777/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mathiasknoll.wordpress.com/1777/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mathiasknoll.wordpress.com/1777/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mathiasknoll.wordpress.com/1777/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mathiasknoll.wordpress.com/1777/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mathiasknoll.wordpress.com/1777/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mathiasknoll.wordpress.com/1777/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mathiasknoll.wordpress.com/1777/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mathiasknoll.wordpress.com/1777/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mathiasknoll.wordpress.com/1777/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mathiasknoll.wordpress.com/1777/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1777&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>EIN SCHIFF WIRD KOMMEN</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 20:29:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathiasknoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Gefalten aus Papier Mit Worten beladen Die Du nicht verstehst Wenn die Tinte verschwimmt Warte ich Dort oben auf dem Felsen Das Fähnchen in der Hand Trennt uns die Himmelsrichtung Wie eine Welle Die der Wind verweht An Land geworfen Der Fisch<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1774&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gefalten aus Papier<br />
Mit Worten beladen<br />
Die Du nicht verstehst<br />
Wenn die Tinte verschwimmt<br />
Warte ich</p>
<p>Dort oben auf dem Felsen<br />
Das Fähnchen in der Hand<br />
Trennt uns die Himmelsrichtung<br />
Wie eine Welle<br />
Die der Wind verweht<br />
An Land geworfen<br />
Der Fisch</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mathiasknoll.wordpress.com/1774/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mathiasknoll.wordpress.com/1774/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mathiasknoll.wordpress.com/1774/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mathiasknoll.wordpress.com/1774/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mathiasknoll.wordpress.com/1774/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mathiasknoll.wordpress.com/1774/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mathiasknoll.wordpress.com/1774/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mathiasknoll.wordpress.com/1774/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mathiasknoll.wordpress.com/1774/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mathiasknoll.wordpress.com/1774/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mathiasknoll.wordpress.com/1774/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mathiasknoll.wordpress.com/1774/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mathiasknoll.wordpress.com/1774/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mathiasknoll.wordpress.com/1774/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1774&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Schneewittchen kommt in die Jahre</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 19:51:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathiasknoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Orf & Eura]]></category>
		<category><![CDATA[rituelle Handlung]]></category>

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		<description><![CDATA[Eura drohte oft genug auszuziehen. Und oft genug knallte sie mit den Türen und schloß sich ein. Das allein war schon demütigend genug, dachte Orf. Aber noch schlimmer war es, wenn Eura Jane hinter sich herzog, als müsste sie das Kind vor ihrem Vater beschützen. Das war geradezu eine rituelle Handlung, die ihn, Orf, ausschloß [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1771&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eura drohte oft genug auszuziehen. Und oft genug knallte sie mit den Türen und schloß sich ein. Das allein war schon demütigend genug, dachte Orf. Aber noch schlimmer war es, wenn Eura Jane hinter sich herzog, als müsste sie das Kind vor ihrem Vater beschützen.<br />
Das war geradezu eine rituelle Handlung, die ihn, Orf, ausschloß wie einen räudigen Hund. Aber noch schlimmer war es, wenn seine Tochter weinte. Und oft dachte er: Jane wird das niemals vergessen.<br />
Die Vorstellung aber, daß sie später einmal mit ihrem Vater Mitleid haben könnte, machte Orf noch wütender, so hilflos wie er war.<br />
Es gibt Türen, dachte Orf, die sind heimtückisch, weil du nicht weißt, was dich dahinter erwartet. Aber vor dieser verschlossenen Tür zu stehen, machte ihn nur noch rasend.<br />
„Hau endlich ab!“ schrie Eura aus dem Schlafzimmer und drehte das Radio so laut auf, dass die Wände vibrierten. Orf aber überkam eine unendliche Trauer, während er sie durch das Schlüsselloch beobachtete: Eura stand unschlüssig im Zimmer herum. Aber dann stemmte sie plötzlich die Arme in ihre Hüften, um sich langsam, immer schneller nach der Musik zu drehen. Dabei stammelte sie unverständliche Laute und lachte hysterisch, als bewegte sie sich im Zentrum eines Sturmes. Gleichzeitig riß sie an ihren Kleidern und schlug mit den Füßen den Takt, um zwischendurch auf einem imaginären Klavier Akkorde zu hämmern. Dabei zuckte ihre Zunge giftig, während sie sich umarmte und lächelnd in ihren Tanzfiguren verlor, als sei sie der Welt abhanden gekommen.<br />
Aber plötzlich blieb sie abrupt stehen und bewegte sich nur noch vorsichtig, als taste sie über dünnes Eis. Nicht zu schnell und nicht zu langsam. Wie ein Kind, das sich davor fürchtet einzubrechen. Am Ende ließ sich Eura breitbeinig auf das Bett fallen und Orf hatte sie durch das Schlüsselloch im Visier. Das schärfte seinen Blick und verengte seine Perspektive. Bei dieser Zimmerbeleuchtung erinnerte ihr Schamhaar an verdörrtes Gras. Eura räkelte sich auf und hantierte in der Schublade bis sie ihr Salbentöpfchen fand. Nach dieser Prozedur hielt sie den Kosmetikspiegel zwischen die gespreizten Beine und inspizierte sachlich ihre Schamlippen.<br />
Schneewittchen kommt in die Jahre, dachte Orf und ging ohne große Hoffnung in sein Zimmer. Dieses Ritual sich gegenseitig auszusperren war geradezu grotesk.<br />
Irgendwann aber, Stunden später, verliess Eura wortlos das Schlafzimmer und ging ins Bad.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mathiasknoll.wordpress.com/1771/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mathiasknoll.wordpress.com/1771/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mathiasknoll.wordpress.com/1771/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mathiasknoll.wordpress.com/1771/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mathiasknoll.wordpress.com/1771/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mathiasknoll.wordpress.com/1771/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mathiasknoll.wordpress.com/1771/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mathiasknoll.wordpress.com/1771/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mathiasknoll.wordpress.com/1771/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mathiasknoll.wordpress.com/1771/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mathiasknoll.wordpress.com/1771/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mathiasknoll.wordpress.com/1771/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mathiasknoll.wordpress.com/1771/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mathiasknoll.wordpress.com/1771/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1771&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>HERR &amp; HUND</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 18:06:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathiasknoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Diät]]></category>
		<category><![CDATA[Wellness]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Fitness Studio, das Rudi besuchte, war ehemals das Nagelstudio seiner Freundin Eva. Sie war eine Frau für die allein die Optik zählte. Vermutlich dachte sie deshalb, dass sie die richtige Steilvorlage für reiche Männer sein musste, um am Ende vor dem Traualtar zu landen. Obwohl, bisher hatte sie noch nicht das Gefühl älter zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1768&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Fitness Studio, das Rudi besuchte, war ehemals das Nagelstudio seiner Freundin Eva.<br />
Sie war eine Frau für die allein die Optik zählte. Vermutlich dachte sie deshalb, dass sie die richtige Steilvorlage für reiche Männer sein musste, um am Ende vor dem Traualtar zu landen.<br />
Obwohl, bisher hatte sie noch nicht das Gefühl älter zu werden. Aber ihre Haut sprach eine andere Sprache. Denn so oft wie sie das Solarium benutzte, war sie braun gebrannt. Vermutlich auf Lebenszeit.<br />
Zugegeben, noch wirkte Eva jünger, als die Haut in der sie steckte.<br />
Und deswegen konnte für sie eine Frau auch nur dann „schön“ sein, wenn ihre Kleidergröße zwischen 36 und 38 lag.<br />
Um aber dieses Lebensziel nicht nur zu erreichen, sondern auch erfolgreich diese Kleidergröße zu halten, kochte Eva nicht nur mit Wasser, sondern vor allem mit Wasserdampf. Ich vermute, das lag nicht nur an den Kalorien. Eva aber sah unendlich gelangweilt in die Welt, als sei es geradezu eine Zumutung, wenn sich die „Schönen“ mit dem Anblick der restlichen Welt herumplagen mussten.<br />
Kurz, Rudi und Eva waren nicht verheiratet.<br />
Vielleicht dachte er auch, wenn ein Mann länger verheiratet ist, verliert er das, was Rudi zu haben glaubte &#8211; sex appeal. Und so blieb er Junggeselle und entschied sich doch für eine Frau.<br />
Immerhin, in diesem Punkt: Ehe oder nicht Ehe &#8211; waren sie konsequent. Denn warum sollten sie vor dem Traualtar „Ja!“ sagen, wenn sie schon im vorraus wußten, dass der zukünftige Ehepartner dem eigenen Anspruchskatalog nicht entsprach?<br />
Und wenn man dieser Logik folgen wollte, hatten sie vermutlich aus demselben Grund keine Kinder.<br />
Dafür hatte Rudi einen roten Porsche und Eva einen Hund.<br />
Nein, sie hatte keinen Schoßhund, sondern natürlich ein Rassetier. Einen Boxer.<br />
Vermutlich fehlte Eva ohnehin die Fantasie sich vorzustellen, dass Hunde gelegentlich die Charaktereigenschaften ihres Herrchens annehmen. Das muss nicht immer zum Nachteil von Herr und Hund sein. Denn Rudi erinnerte mich immer an ein alt gewordenes Kind mit Haaraufall. Und sein fliehendes Kinn verdankte er vermutlich dem Windkanal durch den er mit seinem Porsche raste.<br />
Erst neulich sah ich ihn mit seinem Rüden, dem &#8222;Boxer&#8220;, durch die Stadt gehen. Der eine oder andere Passant trat zur Seite, als die beiden vorbei liefen.<br />
Schon von Hinten erkannte ich Rudi sofort an seinem gedrungenen Körperbau.Vielleicht lag das aber auch an seinem „Boxer“ mit den dicken Hoden.<br />
So oder so hatte Rudi die gleichen Säbelbeine wie sein Hund. Dabei versuchte er mit seinem „Boxer“ Schritt zu halten. Durch die engen Radlerhosen war das aber schwierig, wenn Rudi keine urologischen Probleme haben wollte.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mathiasknoll.wordpress.com/1768/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mathiasknoll.wordpress.com/1768/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mathiasknoll.wordpress.com/1768/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mathiasknoll.wordpress.com/1768/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mathiasknoll.wordpress.com/1768/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mathiasknoll.wordpress.com/1768/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mathiasknoll.wordpress.com/1768/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mathiasknoll.wordpress.com/1768/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mathiasknoll.wordpress.com/1768/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mathiasknoll.wordpress.com/1768/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mathiasknoll.wordpress.com/1768/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mathiasknoll.wordpress.com/1768/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mathiasknoll.wordpress.com/1768/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mathiasknoll.wordpress.com/1768/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1768&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>DIÄT</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 23:46:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathiasknoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Diät-Wahn]]></category>

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		<description><![CDATA[Eva A. war keine Frau mit der man durch „dick und dünn“ gehen konnte &#8211; so dünn wie sie war. Aber dann saß sie in meinem Sprechzimmer und verlangte nach einer „Diät“, um ihr „Lebensgefühl“ wieder zu finden. Als ich sie dann aber fragte: “Welches Lebensgefühl vermissen Sie?“ - sah sie mich erstaunt, ja geradezu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1762&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eva A. war keine Frau mit der man durch „dick und dünn“ gehen konnte &#8211; so dünn wie sie war.<br />
Aber dann saß sie in meinem Sprechzimmer und verlangte nach einer „Diät“, um ihr „Lebensgefühl“ wieder zu finden. Als ich sie dann aber fragte:<br />
“Welches Lebensgefühl vermissen Sie?“<br />
- sah sie mich erstaunt, ja geradezu verächtlich an und zupfte genervt an ihrem Kragen. Dabei sass sie militärisch knapp auf ihrem Stuhl, als sei sie bereit sofort das Behandlungszimmer zu verlassen, wenn ihr meine Antwort nicht passte.<br />
Frau Eva A. war einer dieser Frauen, die immer sehr beschäftigt waren. Vielleicht aber war sie auch irgendwo in einem Labor gezüchtet worden und liess sich hier, bei mir, nur durch ihren Klon vertreten. Dann, dachte ich, um mich zu beruhigen, weiss ich wenigstens, warum ich falsch verstanden werde.<br />
„Also, was ist…?!“ fragte sie schroff und rückte mit ihrem Stuhl.<br />
Und ich dachte, während ich mich mit ihr in ein medizinisches Small-Talk einließ, eine Gesellschaft, die immer den neusten Superlativ sucht, lässt das, was man unsprünglich als „Gesundheit“ bezeichnete zu einer „Utopie“ verkommen. Aber eine „Utopie“ von was?<br />
Aber irgendwo dort in „Utopia“ erwarten die „Diät“-Gläubigen, die sich nach dem „Glück“ als Synonym für „ihr“ Lebensgefühl verzehren, die Ideale ihrer persönlichen Freiheit.<br />
Und während die Menschen sich quälen, immer jünger, reiche und vitaler zu werden, gräbt sich der Ohrwurm: „For ever young“ – wie ein Tumor immer tiefer in ihre Gehirn ein.<br />
Aber dieses Ideal „For ever young“ verwandelt sich schnell in sein Gegenteil, weil sich das Ideal in der Realität nicht einlösen lässt.<br />
Wer aber behauptet ein „authentisches“ Leben führen zu wollen und sich deshalb in die Hände eines „Diät“- Beraters begibt, der seine Normen „einklagt“ wie ein Gesundheits -„Guru“, muß höllisch aufpassen, dass die eigene Vorstellung vom „Ich &#8211; Sein“ ( nur mit weniger Kilos ) nicht an der Realität zerbricht.<br />
Wer sich aber mit der guten Mischung der Gegensätze (dick-dünn, Glück-Unglück usw) anfreunden kann, wird gerade dadurch positive Gefühle erfahren und die selbst auferlegte Diät genießen, selbst wenn manchmal die Sosse aus dem „Hamburger“ quillt.<br />
Als sich unser Small-Talk dem Ende neigte, lächelte ich Frau Eva A. so freundlich zu, dass sie ab jetzt sicher meinen Diät-Ratschlag: Wasser-Melonen mit Messer und Gabel zu essen, einsichtig befolgen wird.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mathiasknoll.wordpress.com/1762/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mathiasknoll.wordpress.com/1762/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mathiasknoll.wordpress.com/1762/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mathiasknoll.wordpress.com/1762/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mathiasknoll.wordpress.com/1762/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mathiasknoll.wordpress.com/1762/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mathiasknoll.wordpress.com/1762/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mathiasknoll.wordpress.com/1762/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mathiasknoll.wordpress.com/1762/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mathiasknoll.wordpress.com/1762/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mathiasknoll.wordpress.com/1762/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mathiasknoll.wordpress.com/1762/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mathiasknoll.wordpress.com/1762/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mathiasknoll.wordpress.com/1762/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1762&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>NACHTGEDANKEN: Kriegs-Spiele</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 20:35:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathiasknoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[VERDUN]]></category>

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		<description><![CDATA[„…diese abgemagerten Soldaten mit ihrem erloschenen Blick sind wahrhaftig keine mythologischen Figuren, die mich umgeben. Und von mir sind ohnehin keine heroischen Kräfte zu erwarten. Denn ich hocke hinter einem chaotischen Gewirr von Stacheldraht, der, wie ich hoffe, die verwirrten Todesengel, die über das Niemandsland feindlicher Gräben hinwegstürmen, aufhält. Mein MG jedenfalls „bellt“ ihnen ununterbrochen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1757&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„…diese abgemagerten Soldaten mit ihrem erloschenen Blick sind wahrhaftig keine mythologischen Figuren, die mich umgeben. Und von mir sind ohnehin keine heroischen Kräfte zu erwarten.<br />
Denn ich hocke hinter einem chaotischen Gewirr von Stacheldraht, der, wie ich hoffe, die verwirrten Todesengel, die über das Niemandsland feindlicher Gräben hinwegstürmen, aufhält. Mein MG jedenfalls „bellt“ ihnen ununterbrochen entgegen.<br />
Dabei würde ich am liebsten wie Diogenes in der Tonne leben, wenn ich nur mein Leben retten könnte. Noch vor einigen Minuten schleuderte mich eine Explosionswelle in ein kraterartiges Loch. Ich bin noch immer erstaunt, dass ich lebe.<br />
Der Sonne aber ist es egal für wen sie leuchtet…“ schrieb der Großvater in sein „Front-Buch“.<br />
Wie soll man, wird er vielleicht gedacht haben, den Kindern erklären, dass die Eltern mit diesem Krieg ihre Gegenwart für die angebliche „Zukunft“ verramschten?<br />
Und wie war das Unbeschreibliche zu beschreiben, wenn man nicht neue „Helden“-Legenden in die Welt setzen wollte?<br />
Da werden die Worte schnell zu einem synthetischen Konzentrat der Sprachlosigkeit. Und das allzeit Geschworene: „Nie wieder Krieg!“ klingt allenfalls stereotyp.<br />
Denn wer auf der Welt will den gefallenen Soldaten, einen Strohmann fremder Interessen, wieder zum Leben erwecken? Und warum?<br />
Die Kleriker glauben nur an eine „Auferstehung“ und würden jede weitere empört als Blasphemie ablehnen. Der Militärbürokratie hingegen würden „unsere Helden“, die dem darwinistischen Prinzip des Überlebens nicht gewachsen waren, unbequem. Die Freundin oder Ehefrau hatte sich vielleicht schon anderweitig getröstet. Und die Politiker müssten um ihr Leben bangen, wenn sie die Frage nach dem „Warum dieser Krieg?“ nicht hinreichend beantworten konnten. Denn auch die Politiker mussten verstehen, dass der Soldat, wenn er dann schon früher sterben sollte, immerhin wissen wollte: Warum?<br />
Die Industrie bangt um die Sicherheit ihrer Waffen und die bedrohten Absatzmärkte. Und vom „Feind“ wollen wir gar nicht reden. Denn seine „Helden“ lebten ( nicht nur früher ) durch die Feinde, die als „Helden“ gefallen waren.<br />
Kurz, der von den Toten auferstandene Soldat müsste sich wie ein Laiendarsteller fühlen, der in den Augen seiner Zuschauer jämmerlich versagt hatte, weil er in dem Spiel „Helden-Tod“ zum Spielverderber geworden wäre.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mathiasknoll.wordpress.com/1757/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mathiasknoll.wordpress.com/1757/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mathiasknoll.wordpress.com/1757/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mathiasknoll.wordpress.com/1757/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mathiasknoll.wordpress.com/1757/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mathiasknoll.wordpress.com/1757/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mathiasknoll.wordpress.com/1757/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mathiasknoll.wordpress.com/1757/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mathiasknoll.wordpress.com/1757/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mathiasknoll.wordpress.com/1757/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mathiasknoll.wordpress.com/1757/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mathiasknoll.wordpress.com/1757/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mathiasknoll.wordpress.com/1757/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mathiasknoll.wordpress.com/1757/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1757&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Kriegs-Gräber-Tourismus</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 20:07:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathiasknoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegs-Gräber]]></category>
		<category><![CDATA[VERDUN]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht fielen die Soldaten um „Verdun“ herum nur, um den Fremdenverkehr zu fördern? Und so können sich heute die Schlachtfelder-Besucher mit entsprechenden Devotionalien eindecken, die ihnen an jedem Kiosk angeboten werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Feuerzeug, das „Der Artillerist“ in Brand steckt? Oder brauchen Sie einen Löffel, dessen Einschussloch die Mittagssuppe endlos [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1754&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht fielen die Soldaten um „Verdun“ herum nur, um den Fremdenverkehr zu fördern?<br />
Und so können sich heute die Schlachtfelder-Besucher mit entsprechenden Devotionalien eindecken, die ihnen an jedem Kiosk angeboten werden.<br />
Wie wäre es zum Beispiel mit einem Feuerzeug, das „Der Artillerist“ in Brand steckt? Oder brauchen Sie einen Löffel, dessen Einschussloch die Mittagssuppe endlos in die Länge zieht? Oder doch eher einen Bierseidel in Form eines Soldatenstiefels? Oder soll es ein Kanonier sein, der auf einen Kerzendocht zielt und dabei nie das ewige Licht aus den Augen verliert?<br />
Jede Stadt würde ihre Bilanzen mit dem Verkauf derariger Werbeträger verbessern wollen.<br />
Aber welche Stadt verfügt so wie „Verdun“ über einen Schuttabladeplatz der Geschichte, der auch noch vor der Haustür liegt?<br />
Zugegeben, dieses Areal wurde &#8211; gemessen an dem totalen Chaos, das hier einmal geherrscht haben muß &#8211; akribisch kultiviert und bepflanzt. Und so kann heute jeder Tourist über lehrpfadähnliche Wege die verschiedenen Kriegstellungen besuchen.<br />
„… hätte ich die Fähigkeiten eines Malers, dann würde ich den Kriegsmüll, den die Trichterfelder vor mir bloßlegen, mit weicher Kohle auf graues Sackleinen bannen. Dabei ließe ich jeden kompositorischen Ehrgeiz fallen: Denn in diesen Trichterwüsten sind keine Orientierungspunkte auszumachen, die der Ästhetik schmeicheln würden.Ein Trichterfeld scheinbar ohne menschliches Leben, aber gerade dadurch gefährlich…“ Soweit Großvaters Eintrag in sein „Front-Tage-Buch.“<br />
Warum also frage ich mich da, stolpert man auf diesem touristischen Kriegspfad nicht über die Toten oder wenigstens über ihre Knochen?<br />
Aber so genau will man es dann auch nicht wissen. Denn wer kommt schon freiwillig an einen Ort, der einen auf Schritt und Tritt an die Vergänglichkeit erinnert?<br />
Dabei könnte doch den einen oder anderen Touristen die romantische Melancholie anwehen, dass man zumindest früher auf dem Schlachtfeld noch „richtig“ sterben konnte ohne vorher radioaktiv aufgeladen zu werden.<br />
Und den einen oder anderen wird vielleicht auch der Gedanke faszinieren, dass man sogar gelegentlich den ersten Weltkrieg überleben konnte.<br />
Ich kam nicht hierher, um in stiller Andacht die Hände zu falten oder um die gesalbten Häupter der gefallenen Krieger im Mauseleum zu ehren.<br />
Im Gegenteil.<br />
Was geht mich die Geschichte unter dem Glassturz an?<br />
Und ich halte auch nichts von dieser „So-ist-das-Leben“ – Attitüde. Für mich ist dieser Spruch allenfalls eine Art von Denkfaulheit.<br />
Ich wollte bei dem Besuch dieser grasvernarbten Gräber den Krieg „verstehen.“ Dieses mysthische Ungeheuer, das sein Heil in der Irrationalität sucht.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mathiasknoll.wordpress.com/1754/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mathiasknoll.wordpress.com/1754/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mathiasknoll.wordpress.com/1754/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mathiasknoll.wordpress.com/1754/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mathiasknoll.wordpress.com/1754/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mathiasknoll.wordpress.com/1754/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mathiasknoll.wordpress.com/1754/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mathiasknoll.wordpress.com/1754/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mathiasknoll.wordpress.com/1754/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mathiasknoll.wordpress.com/1754/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mathiasknoll.wordpress.com/1754/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mathiasknoll.wordpress.com/1754/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mathiasknoll.wordpress.com/1754/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mathiasknoll.wordpress.com/1754/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1754&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>SEIFENBLASEN</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 13:33:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathiasknoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Ehe-Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Orf & Eura]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ach, was verstehst du schon!? Wenn ich ein Gedicht geschrieben habe, ist die Welt nicht mehr so wie sie war. Ich bin ein Dichter. Verstehst du? Nein, das verstehst du nicht.“ Eura füllte nachlässig ihr Glas und bewarf ihn mit der leeren Bierdose. Orf beherrschte sich wie ein Lehrer, der seinen störrischen Schüler zur Rede [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1751&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Ach, was verstehst du schon!? Wenn ich ein Gedicht geschrieben habe, ist die Welt nicht mehr so wie sie war. Ich bin ein Dichter. Verstehst du? Nein, das verstehst du nicht.“ Eura füllte nachlässig ihr Glas und bewarf ihn mit der leeren Bierdose.<br />
Orf beherrschte sich wie ein Lehrer, der seinen störrischen Schüler zur Rede stellt. Sie verplempert ihr Geschwätz wie ihren Champus, dachte er:<br />
„Trink doch nicht alles durcheinander&#8230;“<br />
„Ja, Papi…,“ würgte Eura. „Ich bin lebendig wie ein Fisch. Kapiert?!“ Sie betonte jedes einzelne Wort: „…und Dein Grinsen kotzt mich an.“<br />
Plötzlich verdüsterte sich Ihr Gesicht. So beginnt die Sintflut, dachte Orf und zählte die Minuten, die Eura benötigte, um ihre Wortkaskaden aufzubauen.<br />
Bevor ich antworte, lasse ich ihre Wut ins Leere laufen, dachte er. Je gelassener ich aber bleibe, desto wütender wird sie. Und manchmal erinnert sie mich geradezu an eine wild gewordene Hornisse.<br />
Aber in diesen Augenblicken durchströmt mich eine tiefe Ruhe, als beobachtete ich aus einem Unterstand heraus das brausende Meer.<br />
Wie fremd muss man sich erst werden, um sich so zu beherrschen? dachte Orf. Aber meistens blieb mir keine Zeit mehr vernünftig zu reagieren.<br />
Mehr über&#8230;<br />
Orf &amp; Eura (25)Ehekrieg (24)<br />
Denn je lauter wir uns mit Worten bespuckten, desto eher vergaßen wir, warum wir uns überhaupt noch stritten.<br />
Dann gingen wir aufeinander los wie abgerichtete Tiere, die man von der Leine ließ.<br />
Irgendwann hatte ich nur noch Angst vor ihr, dachte Orf. Das konnte sogar der Kommissar verstehen.<br />
„Du mieser, kleiner Scheißer!&#8220; lachte Eura höhnisch. &#8222;Natürlich hast du immer nur Recht…Du kannst es mir nur nicht beweisen…“<br />
Warum habe ich nie bemerkt wie fremd wir uns waren? dachte Orf. Vielleicht habe ich das geahnt, aber diesen Gedanken habe ich immer weit von mir geworfen. Dabei verlangte ich von ihr nie die Perfektion eines Uhrwerkes. Denn meine Vorstellung von Perfektion hatte ich schon lange geändert. Aber eine gewisse Balance konnte ich doch erwarten?<br />
„Deine Harmoniesucht ist nur eine infame Methode mich zu unterwerfen,“ blaffte ihn Eura an und ihre Stimme verrutschte in eine andere Oktave.<br />
Was ist gegen Harmonie einzuwenden? dachte Orf. Auf dieser Basis hätten wir unsere Gegensätze bündeln können. Denn auch ich wollte nicht immer nur belauert werden.<br />
Aber sie redete uns nur noch um Kopf und Kragen. Das dachte ich oft. Und ständig baute sie Gegensätze auf, die man so nicht überwinden konnte.<br />
Ob sie mich überhaupt noch wahr nahm? Auch das fragte ich mich oft.<br />
Aber Eura interessierte schon lange nicht mehr, ob ich verzweifelt war und warum? Denn für ihr Elend machte sie nur mich allein verantwortlich.<br />
Dann kauerte sie da auf dem Sofa wie ein Eisvogel und streckte abwechselnd die Beine von sich, als überprüfte sie das Eis. Dabei hielt sie sich am Glastisch fest, um sich langsam hochzuziehen.<br />
Dann sah sie mich triumphierend an, als wollte sie sagen:<br />
Du siehst, ich breche nicht ein.<br />
Auch Metaphern können unser Leben heute nicht mehr retten, dachte Orf.<br />
Eura tänzelte in die Küche und lachte angetrunken, während sie am Kühlschrank hantierte:<br />
„Normal soll ich sein… normal…ich soll wie eine Seifenblase durch die Luft fliegen, ein paar mal glitzern, um dann zu zerplatzen&#8230; aber ich werde Dich so zerstören wie Du es verdienst…“</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mathiasknoll.wordpress.com/1751/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mathiasknoll.wordpress.com/1751/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mathiasknoll.wordpress.com/1751/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mathiasknoll.wordpress.com/1751/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mathiasknoll.wordpress.com/1751/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mathiasknoll.wordpress.com/1751/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mathiasknoll.wordpress.com/1751/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mathiasknoll.wordpress.com/1751/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mathiasknoll.wordpress.com/1751/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mathiasknoll.wordpress.com/1751/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mathiasknoll.wordpress.com/1751/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mathiasknoll.wordpress.com/1751/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mathiasknoll.wordpress.com/1751/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mathiasknoll.wordpress.com/1751/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1751&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>„Haben Sie denn ein Alibi?“</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 12:01:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathiasknoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Orf & Eura]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Vernehmungsbüro lag am Ende eines langen Flures. Hinter dem Schreibtisch des Kommissars klebten launige Urlaubskarten und Dienstpläne. Und auf der Fensterbank standen Topfpflanzen, die dringend Wasser brauchten. Mit einer vagen Handbewegung zeigte der Vernehmungsbeamte auf den Stuhl neben seinem Schreibtisch. Orf setzte sich. „Haben sie denn ein Alibi?“ fragte der Kommissar über seine bi-fokale-Brille [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1748&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Vernehmungsbüro lag am Ende eines langen Flures. Hinter dem Schreibtisch des Kommissars klebten launige Urlaubskarten und Dienstpläne. Und auf der Fensterbank standen Topfpflanzen, die dringend Wasser brauchten. Mit einer vagen Handbewegung zeigte der Vernehmungsbeamte auf den Stuhl neben seinem Schreibtisch. Orf setzte sich.<br />
„Haben sie denn ein Alibi?“ fragte der Kommissar über seine bi-fokale-Brille hinweg, während er sich bequem hinsetzte.<br />
„Wissen sie, “ sagte Orf, „zwischen uns stimmte es schon lange nicht mehr. Aber jetzt ist es sowieso zu spät…“<br />
„Einen Augenblick noch…“ sagte der Kommissar zerstreut und kramte in der Schreibtischschublade.<br />
Orf rutschte hin und her, als säße er auf einem abschüssigen Stuhl. Er schwitzte und sein Herz schlug so heftig, als wollte es aus dem Hemdkragen springen.<br />
Der Kommissar stand noch einmal auf, entschuldigte sich und verließ das Vernehmungszimmer.<br />
Während sich Orf im Zimmer umsah, dachte er:<br />
Eura verlangte von der Realität immer mehr als sie hergab. So wurde unser Leben zu einer quälend komplizierten Geschichte. Da quatschten wir ständig in aufreizender Weise nebeneinander her. Und für was?<br />
Und sie schnappte Eura wie eine Ertrinkende nach Luft, wenn sie theatralisch ihr Glas hob:<br />
„Du siehst, ich zittere nicht, “ lächelte sie dann, als sei sie unverwüstlich. Gleichzeitig formten sich ihre Lippen zu einem kleinen Trichter, in den sie ihren Rotwein kippte. Dabei verschmierte sich ihr Lippenstift, als spuckte sie Blut:<br />
„Dein Mitleid kannst Du Dir sparen!“ herrschte sie mich dann an und lachte wie ein Kartenspieler, der sein letztes Hemd verspielt. „Aber Dir fiel nichts Besseres ein, als unsere Liebe zu verraten. Nicht einmal die Wohnung deiner Eltern durfte ich betreten…“<br />
Wenn sich aber unsere Gespräche in diese Richtung entwickelten, dachte Orf, dann wurde es gefährlich. Dann herrschte plötzlich die gewittrige Schwüle eines Sommertages, an dem die Zeit stehen blieb. Und jeder Mensch ahnt, es gibt Katastrophen, die unausweichlich sind. Und selbst, wenn man schon die Gewitterwolken sieht, kann man nichts mehr dagegen tun.<br />
Eura also verdüsterte plötzlich ihr Gesicht und holte melodisch Schwung, als müsste sie sich so beruhigen. Aber dieser Schwung reichte nicht aus, so dass ihr Tonfall barsch abstürzte. Und ich hielt für den Bruchteil einer Sekunde die Luft an wie ein Wanderer, der darauf wartete, dass der Donner durch den Himmel brach. Und plötzlich prasselten ihre Worte auf mich herab wie Platzregen, die den Himmel immer kleiner werden ließen.<br />
Katastrophen kommen selten allein, dachte Orf, als der Kommissar den Vernehmungsraum wieder mit einem<br />
“ Entschuldigung“ betrat.</p>
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		<title>„Sand im Getriebe“</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 15:55:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mathiasknoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Orf & Eura]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Vorstellung wieder aufstehen zu müssen, macht mir Angst, dachte Orf. Aber wer hier landet, hat ohnehin nicht mehr viel zu erwarten. Das kann doch keinen überraschen. Kurz, ich habe meine Zukunft verspielt. Warum soll ich da den Rhytmus meiner Atmung noch unterbrechen? Dabei fühle ich mich wie ein gehetztes Tier, das zum Sprung ansetzt, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mathiasknoll.wordpress.com&amp;blog=6338559&amp;post=1745&amp;subd=mathiasknoll&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vorstellung wieder aufstehen zu müssen, macht mir Angst, dachte Orf.<br />
Aber wer hier landet, hat ohnehin nicht mehr viel zu erwarten. Das kann doch keinen überraschen.<br />
Kurz, ich habe meine Zukunft verspielt. Warum soll ich da den Rhytmus meiner Atmung noch unterbrechen? Dabei fühle ich mich wie ein gehetztes Tier, das zum Sprung ansetzt, um sich dann doch nicht mehr von der Stelle zu bewegen.<br />
Auch das hat sie geschafft, dachte Orf. Man hat mich eingesperrt, um mich zu beobachten.<br />
Und was habe ich nicht alles hinter mir? Die Verhöre, die Fingerabdrücke und dieses entsetzliche Foto. Kein Wunder, dass man mich für schuldig hält. Und dann diese Leibesvisitation&#8230;<br />
Als man mich das erste Mal abholte und in diese Zelle sperrte, hielt ich das für einen Witz. Aber ihre störrischen Forderungen an das Leben waren nicht zu erfüllen. Allein in unserer Ehe zogen wir elfmal um. Aber vorher kannten wir uns schon Jahre.<br />
Je mehr ich ihr aber entgegenkam, dachte Orf, desto anmaßender wurde sie. Dabei hätte sich bei unserem Lebensstil so manche Frau die Finger geleckt. Aber unterdrückte ich sie nur, weil ich hoffte, dass sie sich auf unseren Alltag einstellte?<br />
„Deine Menschlichkeit ist nur Heuchelei!“ fauchte sie mich dann an wie ein Adler, der seine Beute schlug. „Du hast den Kurs der unendlichen Hingabe belegt. Es ist zum Lachen, wenn es dann nicht so traurig wäre!“<br />
„Ich komme aus einem geordneten Elternhaus, “ sagte ich dann wie ein trotziges Kind.<br />
„Da wurde pünktlich gegessen, was?!“ lachte Eura gehässig.<br />
Immerhin, dachte Orf, auf ihre Unzuverlässigkeit konnte ich mich immer verlassen.<br />
„Ich lebe für den Augenblick…,“- lächelte sie dann selbstgefällig. Und ich dachte: Das kann dauern&#8230;<br />
Kurz, ihr Verhalten war nur noch dem puren Zufall unterworfen. Sie konnte nicht begreifen, dass mein Alltag nicht zu einem Drama werden durfte, wenn ich meinem Beruf gerecht werden wollte.<br />
Dabei, dachte Orf, hatte ich immer Verständnis für Menschen, die „Sand im Getriebe“ waren. Denn Gott hat die Dinge nicht zu Ende gedacht. Deswegen hasse auch ich die gut geölte Mechanik, die sich ständig nur um sich selber dreht, ohne zu wissen: Warum? Aber wenn das Schwungrad ständig blokiert, muss jeder darauf achten nicht vom Räderwerk ergriffen zu werden.</p>
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